Wilhelm Hansmann

   

Wilhelm HansmannViele von uns sind täglich im Stadtbezirk Hombruch unterwegs. Dabei denkt wohl kaum jemand über die Namen der Straßen nach, die man öfter entlanggeht oder entlangfährt. Erst, wenn uns jemand fragt oder eine Wegbeschreibung braucht kommen uns diese Namen intensiver ins Gedächtnis und wecken Neugier, welche Persönlichkeiten sich hinter vielen Straßennamen verbergen mögen. Eine dieser herausragenden Persönlichkeiten war Wilhelm Hansmann.
So trägt die „Hansmannstraße“ in Dortmund-Eichlinghofen nicht zufällig seinen Namen.

 

Denn am 29. Oktober 1886 wurde Wilhelm Hansmann als ältestes von neun Kindern in Eichlinghofen geboren. Sein Vater Heinrich Hansmann , ebenfalls in Eichlinghofen geboren, gehörte der SPD und der Gewerkschaftsbewegung an, war Bergmann und in Folge dessen u.a. an der Gründung des Bergarbeiterverbandes in Dorstfeld beteiligt. Später gehörte er sogar dem ersten Deutschen Reichstag an. Dies prägte offensichtlich den Werdegang seines ältesten Sohnes Wilhelm. Dieser lernte zwar zunächst Gärtner und behielt diese Tätigkeit später auch als Hobby bei, es zog ihn aber nach Hamburg, wo er zwei Jahre lang das Gymnasium Johanneum besuchte.



Im Februar 1905 trat Wilhelm Hansmann in die SPD ein. Dies stellte endgültig die Weichen für seine Zukunft, denn nach Hause zurückgekehrt übernahm er die Leitung des Eichlinghofer Ortsvereins von seinem Vater und besuchte kurz darauf die Freie Hochschule in Berlin. Aber schon zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde er eingezogen und kämpfte als Soldat auf den Schlachtfeldern von Reims, Verdun und Lüttich. Die fürchterlichen Erlebnisse dort ließen Wilhelm Hansmann zum entschiedenen Kriegsgegner werden, denn er konnte schwer verwundet nach Hause zurückkehren.
Alsbald nahm er seine politische Tätigkeit wieder auf und lernte während seiner Tätigkeit als Arbeiter- und Soldatenrat in Arnsberg seine erste Ehefrau Rosa Eleonore König kennen, die er 1920 heiratete. Aber leider verstarb sie schon drei Jahre später. Ab 1919 bis 1928 wurde Wilhelm Hansmann Landrat des Landkreises Hörde. Gegen eine Eingemeindung nach Dortmund, die zu dieser Zeit erfolgte, konnte er trotz starker Vorbehalte aber nichts ausrichten. In diese Zeit fällt auch seine Beteiligung an der Gründung der VEW sowie der Schaffung von Kinderheimen und des Vorantreibens des Wohnungsbaus. Erneut heiratete Wilhelm Hansmann in dieser Zeit, diesmal eine Ärztin namens Charlotte Steinkopf.
Ab 1928 gehörte Wilhelm Hansmann dem Preußischen Landrat an, um ein Jahr darauf Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises zu werden. 1933 wurde er Mitglied der Union deutscher Sozialisten, was kurz danach zu seinem Engagement in der Widerstandbewegung gegen die Nationalsozialisten führte. Nach der „Machtergreifung“ sah er sich zahlreichen Angriffen ausgesetzt, so dass er mit Hilfe seiner Schwester Martha zunächst nach Saarbrücken floh, später nach Frankreich und in die Schweiz.
Erst im Oktober 1945 konnte Wilhelm Hansmann nach Dortmund zurückkehren und nahm seine politische Arbeit wiederum sofort auf. 1946 kurzzeitig sogar als Oberbürgermeister der Stadt Dortmund. Zu dieser Zeit wurde er Mitbegründer der Europäischen Bürgermeistervereinigung. Danach wurde er zum Oberstadtdirektor gewählt und setzte seine Karriere als Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen fort. Dennoch war die Kommunalpolitik weiterhin sein Schwerpunkt, hier besonders der Wiederaufbau Dortmunds, der ihm sehr am Herzen lag. Hier sind besonders der Bau der Westfalenhalle, des Theaters am Hiltropwall, des neuen Stadthauses sowie die Gründung des Tierparks hervorzuheben. Auch der hohe Grünanteil in Dortmund geht auf seine Initiative zurück, dank seiner Gärtnerlehre behielt er zeitlebens die Liebe zur Gärtnerei bei. Wilhelm Hansmann beteiligte sich darüber hinaus an der Gründung der Sozialakademie Dortmund und der Auslandsgesellschaft NRW. Im Namen von Dortmund war er Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe, im Ruhrsiedlungsverband und im Ruhrtalsperren-Verein.

Verfasst von: Irmhild Tibbe, Hombrucher Geschichtsverein im Januar 2020